ICD 10 und DSM 5 Diagnose

Wie ich bereits hier erwähnt habe, gibt es einen Katalog, in dem alle Krankheiten aufgelistet sind. Das ist der Katalog der Internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten (ICD), der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Es gibt außerdem noch ein Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen (DSM) der American Psychiatric Association (APA).
In beiden werden alle psychischen Störungen beschrieben und klassifiziert.

Das DSM klassifiziert ausschließlich psychische Störungen, das ICD hingegen enthält sämtliche medizinischen Erkrankungen. Die psychischen Störungen werden in Kapitel F aufgeführt. Die ICD wurde, als Verzeichnis der Krankheiten, 1948 das erste Mal von der WHO rausgegeben. Als Vorläufer gab es das Todesursachenverzeichnis (ILCD), welches bereits 1853 in der Entwicklung begann.

Quelle: (https://www.hogrefe.de/themen/klinik/artikeldetailansicht/DSM%20und%20ICD-313, Stand 06.2019)

 

Hier die Klassifizierung der Borderline Persönlichkeitsstörung nach der ICD 10

F60.3- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden werden:

  • Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnder Impulskontrolle;
  • und ein Borderline- Typus, zusätzlich  gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu Selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen.

Exkl.; Dissoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2)
F60.30 Impulsiver Typ Persönlichkeits(störung):

  • aggressiv
  • reizbar (explosiv)

F60.31 Borderline-Typ

Quelle: (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, DIMDI Medizinwissen,  https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2018/block-f60-f69.htm, Stand 06.2019)

 

 

Und hier die Klassifizierung der Boderline Persönlichkeitsstörung nach der DSM 5

Um die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zur erfüllen, müssen mindestens fünf der folgenden neun Kriterien erfüllt sein:

1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, »Fressanfälle«).
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Stimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Quelle: (© 2012, Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Aus: Kircher (Hrsg.): Kompendium der Psychotherapie, Diagnostische Kriterien der Borderline-Störung nach DSM-IVextras.springer.com/2012/978-3-642-23663-1/Data/Arbeitsblatt%2014-5.1-2.pdf, Stand 06.2019)