Sinn und Unsinn – Teil 2

  • Man soll auf sein Gefühl hören.
  • Man soll Dinge machen, die einen erfüllen und glücklich machen. Sonst wird man auf lange Zeit unglücklich.
  • Das Gefühl sagt einem was richtig und falsch ist. Mann muss nur auf seine innere Stimme hören.

Überall kann man solche, und ähnliche Artikel lesen.

Ja, ich bin zwar Sozialpädagogin, aber ich gehöre nicht zu den Baumheiratenden Strickpulliträgern – ich hab noch nicht mal einen – die immer alles Stuhlkreismäßig ausdiskutieren müssen. Manchmal ist weniger eben mehr. Und wenn man solche Artikel im Netz findet, kommen sie einem schon oft ziemlich esoterisch daher. Aber dennoch machen sie nicht wenig Sinn. Deswegen suche ich oft nach wissenschaftlichen Seiten und Artikeln.

Auch in der Psychologie ist die Rede von der Erfüllung der Grundbedürfnisse. Und damit meine ich nicht solche Bedürfnisse wie Nahrung, Sauerstoff, ausreichend Schlaf, körperliche Unversehrtheit, usw. Nein, ich spreche von seelischen, oder psychischen Grundbedürfnissen. Die Grundbedürfnisse, die selbst im 20. Jahrhundert immer noch viel zu wenig Beachtung bekommen.

Es gibt unterschiedliche Theorien dazu. Die am meisten bekannte, ist wohl die Bedürnispyrymide nach Maslow. Diese sind allerdings hierarchisch aufgeführt.
Hier möchte ich mal vier Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe vorstellen, welche alle eine gleiche Wertigkeit haben:

  • Das Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeit
  • Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle
  • Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung- und schutz
  • Das Bedürfnis nach Lustgewinnung und Unlustvermeidung

 

All diese Gefühle sind in meinem frühen Leben extrem vernachlässigt, ignoriert und verletzt worden. Das ist nicht schön, ist aber so. Es hatte den Vorteil, dass ich ein extrem selbständiger Mensch wurde und bin. Dafür bin ich dankbar, und weiß es enorm zu schätzen.

Umso schlimmer finde ich es, wenn diese Bedürfnisse erneut missachtet, ignoriert, und verletzt werden. Für gewöhnlich sorge ich dafür, dass dies nicht geschieht. Oder wenn doch – ich kann es ja nicht immer vermeiden – kann ich in einem bestimmten Rahmen damit umgehen, oder dafür Sorge tragen es auszugleichen. Nun befinde ich mich aber momentan in einer Situation, in der ich keinen großen Spielraum habe, und es sind gleich drei dieser Bedürfnisse betroffen.

Nun kann die Nichtbefriedigung solcher Bedürfnisse, schon bei Menschen die einen gutgefüllten Rucksack mit auf den Weg bekommen haben (dazu habe ich auch hier geschrieben), dazu führen, dass sie unglücklich und krank werden.  Was passiert dann bei den anderen?

Wie ich mich zur Zeit fühle, habe ich ja bereits in den letzten Beiträgen geschrieben (Über nichts wird flüchtiger…, Zeitverschwendung ist die leichteste…, Fehler im System, Der Horizont vieler Menschen, Dort wo Bürokratie…, Und Sie Sir…, Sehnsucht, Was stimmt nicht mit Dir…, Blut ist dicker…, usw.) Das klingt nach einer Jammerlitanei vom Feinsten, und geht mir selbst auf die Nerven. Aber im Moment ist es eben so und ich muss es akzeptieren. Nicht im Sinne von resignieren, sondern von anerkennen. Dennoch versuche ich zu tun was ich kann. Im Prinzip kann man in jedem einzelnen Beitrag lesen, welche Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Das kann doch nicht gesund sein!

 

Eure Frau L.

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