„Mehr Freizeit bedeutet verstärkten Arbeitskampf gegen die Lebensleere.“ Elmar Kupke (1942 – 2018), deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph

„Die meiste Freizeit hat, wer eine Arbeit hat, die Spaß macht.“

Paul Mommertz (*1930), deutscher Schriftsteller

In dem Beitrag „Der Horizont vieler Menschen…“, habe ich ja schon angekündigt, dass ich mich für einen SUP (Stand Up Paddeling) Kurs angemeldet habe. Letzten Sonntag war es dann soweit.

Ich war beim SUPpen.

Dass sich dort keine Freundschaften schliessen lassen war ja klar. Aber diese Distanz…. Das strahlt so eine Kälte aus, dass man selbst bei 30° zu frieren beginnen könnte. 

Was soll`s, ich bin`s ja schon gewohnt. 

Es war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung, und hat mir sogar Spass gemacht. Ich finde es grossartig, wenn man bei solchen Temperaturen, seine Freizeit im Wasser verbringen kann. Ich finde, danach fühlt sich der Körper ganz anders an. Und wenn ich schon nicht ans Meer kann *seufz*. 

Also bin ich zu diesem Kurs. Ich war echt gespannt wie das funktioniert. Man steht auf so einer Art Surfbrett und hat ein Paddel in der Hand. Mittlerweile sind die meisten SUP Bretter allerdings zum aufblasen. Interessante Angelegenheit. Ich hatte nicht gedacht, dass sie wirklich so hart sind. Ich habe erfahren, dass sie aus drei Schichten bestehen. Und das ist tatsächlich ziemlich strapazierfähig. Es gibt sogar SUP-Touren mit Hund. Also Menschen, die ihren Hund mit auf dieses SUP-Brett nehmen. 

Nun ja. Nach einer kurzen Einführung auf dem Trockenen, ging es dann auch schon auf`s Wasser. Wir waren an einem kleinen Fluss, der in einen grossen Fluss mündete. Die Strömung auf dem kleinen Fluss war nicht so schlimm, aber der Grosse hatte einen ziemlich hohen Wasserstand und dementsprechend Strömung, so dass ich ein wenig Bammel hatte, da hinauszutreiben. 

Der Kursleiter liess unsere Bretter ins Wasser, und hielt sie für uns fest, so dass wir uns ohne Probleme draufknien konnten. Und dann ging es auch schon los. Wir sind die ganze Zeit in dem kurzen Flussabschnitt geblieben und konnten dort alles ausprobieren was er uns zeigte. 

Erst mal auf den Knien bleiben, dachte ich mir. Ein Gefühl für das Brett bekommen.
Ich hatte ein Brett, welches eigentlich für Männer gedacht ist. Ich könnte deswegen beleidigt sein. Aber in dem Fall war ich sehr dankbar dafür. Durch meinen Unfall letztes Jahr, in dem ich mir mein oberes Sprunggelenk vierfach gebrochen habe, habe ich zum einen, ein paar Kilo zugenommen, und zum anderen, ist das Gleichgewichtsgefühl in diesem Fuss, nicht mehr so gut. So konnte ich mich, trotz der Umstände, auf diesem grossen Brett doch recht sicher fühlen. Nachdem ich mich kniend mit dem Brett etwas auf dem Wasser bewegt hatte, versuchte ich das erste Mal aufzustehen. Mir war klar, dass es eine wackelige Angelegenheit wird, und dass sich herausstellen würde, wie gut mein Gleichgewichtssinn ist. Ich hatte damit gerechnet, dass es schwierig werden könnte, Rechts und Links auszubalancieren. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es ja auch nach vorne oder hinten wegrutschen kann. Das war ein lustiges Überraschungsmoment. Ich kam total ins Wanken und liess mich wieder auf meine Knie fallen. Wow! Nicht ins Wasser gefallen! Hurra!

Beim zweiten Anlauf schaffte ich es dann. Nicht lange. Und wieder auf die Knie. Aber um so öfter ich es ausprobierte, um so besser klappte es. Und es hat echt Spass gemacht. Es ging auch tatsächlich, die Strömung – von dem kleinen Fluss – hinaufzupaddeln. Das konnte ich mir am Anfang überhaupt nicht vorstellen. Der Kursleiter ist mit uns auch noch in die Nähe des grossen Flusses, und zwei Teilnehmer, die schon etwas geübter waren, versuchten dann Flussaufwärts zu Paddeln.

Sie hatten keine Chance!

Zum Schluss gab es noch ein Spiel. Zwei Gruppen, ein Ball. Versuch mal auf so einem wackeligen Brett, stehend, einen Ball zu fangen. Am besten noch rückwärts. Da bin ich dann doch noch baden gegangen. 

Mein Fazit: Es wäre auf jeden Fall ein Sport der mir Spass machen würde. Dazu kommt, das habe ich recherchiert, dass es alle möglichen Muskelgruppen anspricht. Natürlich hauptsächlich die Rumpfmuskulatur, aber auch Beine und Füsse. Vor allem aber trainiert es untenliegende, kleinere Muskelgruppen. Und es ist super um das Gleichgewicht zu trainieren. Das kommt einem auf jeden Fall im höheren Alter zu gute, da man da öfter Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht bekommt. Und es ist ein gelenkschonender Sport. Alles in allem also eine gute Sache. Abgesehen von dem Preis, was so ein Brett kostet. 

Ich habe allerdings Bedenken mir so ein Brett anzuschaffen. Da gebe ich dann viel Geld dafür aus, und was ist wenn mich meine Motivation wieder im Stich lässt? Ich mich wieder nicht dazu aufraffen kann alles alleine machen zu müssen? Dann steht dieses Brett zu Hause rum, meine Urlaubskasse hat ein Loch, ich immer noch etliche Kilo zu viel, und keiner hat was davon. 

Darüber muss ich wohl nochmal nachdenken. 

Eure Frau L.

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