Sinn und Unsinn

Der Sinn des Lebens.

Wer hat sich noch keine Gedanken darüber gemacht?

Als Jugendliche gehörte ich der „Grufti-Szene“ an. Heute muss ich schmunzeln wenn ich daran denke, aber es war eben so. Shit happen 😉

In dieser Zeit habe ich mich sehr ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Ich glaube, dass gehört auch ein wenig zum Klischee. Rückblickend weiß ich heute natürlich warum mich dieses Thema damals so intensiv beschäftigt hat. Wenn im Leben eines jungen Menschen schon so vieles schief läuft, kann man sich schon mal nach dem Sinn des Lebens fragen.

Jeder hat auf diese Frage seine ganz eigene und individuelle Antwort.

Ich glaube in meinem Leben, habe ich viele Jahre damit verbracht, den Sinn meines Lebens darin zu finden, etwas zu erreichen. Ich wollte etwas schaffen, gut sein, einen guten Abschluss haben, ein gutes Einkommen erzielen, ein gutes Studium absolvieren, ein gutes Leben führen, ein gutes Mitglied dieser Gesellschaft werden… usw.

Aber was ist eigentlich „gut„?

Was diese Frage betrifft, kommen unsere Glaubenssätze wieder ins Spiel. Über sie habe ich hier einen Beitrag verfasst.

Ich bin in meinem Leben, bis jetzt, knapp 50 Mal umgezogen. Das ist mehr als ich an Jahren zähle. Und meine Mutter sagte bereits des Öfteren zu mir: „Wie oft willst Du denn noch umziehen, du musst doch mal wo bleiben!“ Dabei war sie diejenige, die bis zu meinem neunten Lebensjahr bereits sechs Mal mit mir umgezogen war. Nein, nicht nur in eine andere Wohnung, gleich in andere Länder. Heimat, was ist das? Also habe ich lange Zeit gedacht mein Leben läuft nicht richtig, nicht „gut„. Doch mittlerweile leben wir im digitalen Zeitalter, und es gibt sogar digitale Nomaden. Also was sind da schon 50 Umzüge? Was ist gut oder schlecht? Und was ist der Sinn?

Nachdem ich nun mehr als zehn Jahre im sozialen Bereich gearbeitet habe, und festgestellt habe dass dieser Job mir, aus unterschiedlichen Gründen, absolut nicht gut tut, hat sich der Sinn meines Lebens ziemlich geändert. Ich möchte endlich wieder eine Aufgabe haben die mich erfüllt. Ich möchte nicht mehr morgens aufstehen und Atemnot, bei dem Gedanken jetzt auf die Arbeit zu müssen, bekommen. Ich möchte nicht mehr Abends ins Bett gehen, und bis Morgens um 04:00 Uhr wach liegen, weil mich die Arbeit so aufwühlt. Klar gibt es überall mal Stress und das Leben ist kein Ponyhof. Aber wenn sich sowas über Monate, sogar Jahre zieht, kann das nicht gesund sein.

Ich weiß, dass sich mein „Stress“, nicht nur von der Arbeit herleiten lässt. Mein „Stress“ bedingt sich hauptsächlich durch meine „Geschichte“ und die damit verbundenen Trigger. Einen Beitrag über Trigger habe ich hier geschrieben. Mein Job begünstigt diese Trigger lediglich. Also weiß ich, ich muss etwas Grundsätzliches ändern. Deswegen bin ich in Therapie. Mehr dazu findet ihr hier.

Nun stehe ich an einem Wendepunkt in meinem Leben.

Welchen Job soll ich machen?
Welcher Job passt zu mir?
Welcher Job erfüllt mich?
Welcher Job fördert meine Stärken und lässt meine Schwächen zu?
In welchem Job kann ich das Gute für mich auf ein Maximum rausholen und das Schlechte auf ein Minimum reduzieren?

Schließlich will ich ja nicht dass es mir in fünf Jahren wieder so geht wie jetzt. Da hab ich echt keine Bock drauf. Noch dazu bin ich keine Anfang 20 mehr, und ich habe keine Lust in 10 Jahren wieder den Beruf zu wechseln.

Soll ich etwas ganz Neues machen, oder auf das aufbauen was ich bereits habe?
Was ist, wenn ich die falsche Entscheidung treffe?
Was ist, wenn ich es nicht schaffe?

Ach, meine alten Freunde, die Glaubenssätze! Wäre ich 20 Jahre jünger, würde ich einfach das machen wozu ich Bock habe. Falsch! Hätte ich vor 20 Jahren das gemacht wozu ich wirklich Bock hatte, wäre ich heute eine erfolgreiche Fotografin und müsste mir über diesen Quatsch hier keine Gedanken machen.
Zumindest in meiner Vorstellung *lach*

Ich will damit sagen, dass ich mir vor 20 Jahren einfach nicht die Gedanken gemacht habe, die ich mir heute mache. Rente, Lebensstandard, finanzielle Sicherheit… das waren alles Dinge, die entweder noch so weit weg waren, oder nicht so wichtig. Aber heute kann ich ihnen gar nicht mehr ausweichen, und will es auch nicht wirklich. Aber schöne Gedanken sind was anderes.

So. Und was ist nun der Sinn MEINES Lebens? Oder was soll er werden? Oder anders gefragt, was erscheint mir sinnvoll? Tja, mit dieser Frage beschäftige ich mich seit Monaten.
Wird es eine Umschulung?
Wie finanziere ich sie?
Und in welche Richtung soll die Reise weitergehen?

Auf jeden Fall wünsche ich mir wieder mehr Freude und Spaß in mein Leben. Ich bin zwar keine Anfang 20 mehr 😉 aber ein Spießer bin ich noch lange nicht!

 

Eure Frau L.

3 Antworten auf „Sinn und Unsinn

  1. Ich schreib hier jetzt einfach mal einen Beitrag.

    Und hoff, Sie können das dann auch entsprechend lesen und im Hintergrund verbreiten.

    Ich freu mich sehr das alles hier so zu sehen und lesen zu können… und ja, ich bin überzeugt ein Tagebuch tut jedem gut – und vielleicht kann Frau L Punkt ja so auch manchen Prozess gut begleiten… und auch sicher anderen Mut machen…. Ich wünsche jedenfalls viel Freude und Spass weiter beim Blog-Machen… Das sieht nämlich alles nicht nur sehr vielversprechend aus – es liest sich auch sehr gut!
    Ich gratuliere!!!!!!

    und – bin gespannt was wir da noch alles zu lesen bekommen… und freue mich jedenfalls auf weitere erfolgreiche Projekte vom Sofa aus…

    Grüsse, Aha!

    Gefällt 1 Person

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